Werkleitungen an der Rittergasse 2010

Die quadratische Aussparung im Holz diente zur Aufnahme eines weiteren Balkens. Zoom

Die quadratische Aussparung im Holz diente zur Aufnahme eines weiteren Balkens.

Bergung des 700 kg schweren Konstruktionsholzes aus der Zeit um 1075 n. Chr. Zoom

Bergung des 700 kg schweren Konstruktionsholzes aus der Zeit um 1075 n. Chr.

Die Mittlere Brücke von Basel als Beispiel einer mittelalterlichen Brückenkonstruktion aus Holz. Bildausschnitt aus der Weltchronik von Hartmann Schedel (Nürnberg 1493). Zoom

Die Mittlere Brücke von Basel als Beispiel einer mittelalterlichen Brückenkonstruktion aus Holz. Bildausschnitt aus der Weltchronik von Hartmann Schedel (Nürnberg 1493).

Wo graben wir?

Die archäologische Untersuchung findet an der Rittergasse statt.

Warum graben wir?

Zur Zeit wird die über hundertjährige Kanalisation auf dem Basler Münsterhügel saniert. Im Bereich der Rittergasse 4 bis 10 kreuzt die neue, 4 m tief im Boden liegende Leitung den Graben der spätkeltischen Wehranlage (Murus gallicus, 80 v. Chr.–30/20 v. Chr.). Die seit 2007 laufenden Baumassnahmen auf dem Münsterhügel stellen die Archäologische Bodenforschung vor eine grosse Herausforderung, denn bereits vor über 3000 Jahren wurde auf dem Basler Münsterhügel gesiedelt. In der Folge haben sich dort bis zu 3 m mächtige Kulturschichten abgelagert. Für die Geschichte von Basel von der Spätbronzezeit bis heute sind diese Siedlungsschichten eine einzigartige archäologische Quelle. Die Bauarbeiten werden deshalb permanent von einem zwanzig Mitarbeitende umfassenden Team von Archäologen, Grabungstechnikern, Fotografen, Zeichnern und Ausgräbern begleitet.

Bisherige Resultate der Ausgrabung:

Aus dem Aushub wurde nun ein rund 700 kg schwerer, zimmermannstechnisch bearbeiteter Eichenstamm geborgen, der wohl einst als Konstruktionselement gedient hatte. Der Holzfund beweist, dass sich der spätkeltische Graben noch im Mittelalter als markantes Geländemerkmal abzeichnete. Der Graben war seit der römischen Zeit in mehreren Etappen verfüllt worden. Möglicherweise stammt das Holz von einer mittelalterlichen Brücke, die den alten keltischen Graben an dieser Stelle überquerte, oder das Holz gelangte zusammen mit anderem Abbruchmaterial hierher, um damit die Vertiefung weiter aufzufüllen. Mit Hilfe der Dendrochronologie konnte das Holz in die Jahre um 1075 n. Chr. datiert werden, also in die Epoche, als Burkhard von Fenis hier Bischof und Stadtherr war. Burkhard war 1072 von König Heinrich IV. zum Bischof von Basel erhoben worden. Wenige Jahre später gründete er das erste Basler Kloster St. Alban und liess die grosszügige, heute nach ihm benannte Burkhardsche Stadtmauer errichten. Es ist gut möglich, dass unter ihm auch die Zufahrt zum Münster ausgebaut und der alte Graben im Gelände mit einer neuen Holzbrücke überwunden wurde.

Wie lange graben wir?

Die Ausgrabungsarbeiten an der Rittergasse dauern voraussichtlich noch bis Mitte 2011.

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Hinweis

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