Ausgrabungen im Innenhof des Museums der Kulturen

Reste der entdeckten spätrömischen Kanalheizung. Sie erwärmte den darüber liegenden Raum auch im Winter auf konstante 20° C. 1 Kanalheizung 2 Mauer des spätrömischen Gebäudes 3 moderne Wasserleitung. Zoom

Reste der entdeckten spätrömischen Kanalheizung. Sie erwärmte den darüber liegenden Raum auch im Winter auf konstante 20° C. 1 Kanalheizung 2 Mauer des spätrömischen Gebäudes 3 moderne Wasserleitung.

Schematische Zeichung einer Y-förmigen Kanalheizung in einem spätrömischen Gebäude. Zoom

Schematische Zeichnung einer Y-förmigen Kanalheizung in einem spätrömischen Gebäude.

Auf der Grabungsfläche kamen auch Wandgräbchen und Pfostengruben aus frührömischer Zeit zum Vorschein, die wohl zu einem Fachwerkbau gehörten. Zoom

Auf der Grabungsfläche kamen auch Wandgräbchen und Pfostengruben aus frührömischer Zeit zum Vorschein, die wohl zu einem Fachwerkbau gehörten.

Wo graben wir?

Schürhof-Areal, Münsterplatz 20

Warum graben wir?

Unter dem Schürhof-Areal liegen ausserordentlich gut erhaltene Kulturschichten, welche durch den Erweiterungsbau des Museums der Kulturen zerstört werden. Deshalb findet momentan eine Rettungsgrabung statt.

Was erwarten wir?

Die Grabung betrifft einen Ort, der ab spätkeltischer Zeit (ab ca. 80 v. Chr.) bis heute im Siedlungsgebiet liegt. Durch die mehr als 2000-jährige menschliche Siedlungstätigkeit lagerte sich eine mächtige Kulturschicht ab. Wir erwarten neue Erkenntnisse über die Siedlungsgeschichte in dieser Zone des Münsterhügels.

Bisherige Resultate der Ausgrabung:

Während der aktuellen Grabung konnten Siedlungsspuren aus verschiedenen Epochen entdeckt werden.
Momentan legen die Archäologen Teile einer so genannten Kanalheizung eines spätrömischen (ca. 260 - 400 n. Chr.) Gebäudes frei. Die Konstruktion einer solchen Fussbodenheizung war weit weniger aufwändig als die einer klassischen römischen Bodenheizung (hypocaustum). Trotz einfacher Bauweise erreichte man mit dem oft Y-förmigen Kanalsystem recht effiziente Heizergebnisse. Die Wärme konnte unter dem Fussboden lange gespeichert werden und sorgte so für eine konstante Temperatur von über 20 Grad Celsius. Beheizt wurde mit Holz von speziellen Feuerungsstellen (praefurnia) ausserhalb des Raumes. Obwohl es sich hier um eine einfache Unterbodenheizung handelt, weist eine solche Ausstattung in einem Gebäude darauf hin, dass seine Bewohner einer sozial besser gestellten Schicht angehörten. Oder handelte es sich gar um ein repräsentatives, öffentliches Bauwerk, welches auf diese Weise beheizt wurde?
In den frührömischen (30/20 v. Chr. – 70 n. Chr.) Schichten wurden ebenfalls Spuren von Gebäuden entdeckt. Die freigelegten Pfostenlöcher und Wandgräbchen stammen wohl von einfachen Fachwerkbauten, welche für diese Zeit typisch waren.

Wie lange graben wir?

Die Ausgrabungen laufen voraussichtlich noch bis Mitte Dezember 2008.

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Hinweis

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Literatur

Eckhard Deschler-Erb, Andrea Hagendorn: Auf dem Münsterhügel. Die ersten Jahrtausende. Archäologische Denkmäler in Basel 5. Basel, 2007.

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