Basel, 2010 n. Chr. - Ausgrabungen auf dem Münsterhügel

Auf dem Boden eines römischen Erdkellers kam eine zerbrochene Amphore zum Vorschein. Zoom

Auf dem Boden eines römischen Erdkellers kam eine zerbrochene Amphore zum Vorschein.

Im Leitungsgraben: Bei den dunklen Erdschichten handelt es sich um römische und mittelalterliche Kulturschichten. Zoom

Im Leitungsgraben: Bei den dunklen Erdschichten handelt es sich um römische und mittelalterliche Kulturschichten.

Immer wieder trifft man auf dem Münsterplatz auf mittelalterliche Gräber. Hier sieht man die Beinknochen von zwei verstorbenen Kindern. Zoom

Immer wieder trifft man auf dem Münsterplatz auf mittelalterliche Gräber. Hier sieht man die Beinknochen von zwei verstorbenen Kindern.

Wo graben wir?

Die archäologischen Untersuchungen finden in der Martinsgasse, auf dem Münsterplatz und in der Rittergasse statt.

Warum graben wir?

An der Rittergasse, auf dem Münsterplatz und in der Martinsgasse werden auch im Jahr 2010 die Gas-, Wasser- und Stromleitungen erneuert. Da die Baumassnahmen in archäologisch hochinteressanten Bodenbereichen stattfinden, führt die Archäologische Bodenforschung baubegleitende Untersuchungen durch. Die fachgerechte Dokumentation der frühgeschichtlichen Kulturschichten des seit mehr als 3000 Jahren besiedelten Basler Münsterhügels ist von grosser Bedeutung für das Verständnis der Stadtentwicklung.

Bisherige Resultate der Ausgrabung:

Auf dem Münsterplatz stossen wir zurzeit immer wieder auf keltische und römische Strukturen. Vor dem Sitz des Baudepartements an der Rittergasse 10 kam vor kurzem ein römischer Erdkeller zum Vorschein, der anhand der Funde ins 1. Jahrhundert n. Chr. datiert werden kann. Vom zugehörigen Gebäude fassten wir im Kanalisationsgraben keine weiteren Reste.
Vor dem Münster konnten wir bisher zahlreiche Skelette bergen. Von älteren Grabungen wissen wir, dass diese Gräber ins 8. bis 11. Jahrhundert n. Chr. gehören. Damals gab es das heutige Münster noch nicht. Der Friedhof dürfte zu den etwas kleineren Vorgängerbauten gehört haben, also zum Haito-Münster (um 800 n. Chr.) und zum Heinrich-Münster (um 1000 n. Chr.).
In der Nähe der Galluspforte des Münsters stiessen wir auf eine unscheinbare Grube, die mit gelbem und durch Hitzeeinwirkung rot verziegeltem Lehm verfüllt war. Von einer Ausgrabung aus den 70er Jahren wissen wir, wozu die Grube diente: Im 15. Jahrhundert wurden darin mehrere Glocken gegossen, unter anderen auch die Papstglocke, die während des Konzils von Basel (1431–1448) vom Gegenpapst Felix V. gespendet wurde und anschliessend ihren Platz im Martinsturm fand.

Resultate der Grabungen vom Jahr 2009 finden Sie hier.

Wie lange graben wir?

Die Ausgrabungen laufen voraussichtlich bis Mitte 2011.

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Hinweise

  • Jeden Mittwoch finden Kurzführungen zu den Ausgrabungen statt. Treffpunkt: 13 Uhr beim goldenen Infocontainer auf dem kleinen Münsterplatz (unter den Bäumen).
  • Der Infocontainer ist jeweils montags bis freitags von 8.00 bis 16.30 Uhr zugänglich.
  • Newsletter der Archäologischen Bodenforschung abonnieren

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Literatur

Eckhard Deschler-Erb und Andrea Hagendorn: Auf dem Münsterhügel. Die ersten Jahrtausende. Archäologische Denkmäler in Basel 5, Basel 2007.

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