Skelette bei der Elisabethenkirche

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Die neu entdeckten Skelette liegen nur 30 cm unter dem Asphalt.

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Gut erkennbar im Jahr 2006: die Toten wurden in der Grabgrube sorgfältig in Reihen niedergelegt.

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Die 2006 im Leitungsgraben gefundenen Skelette lagen sehr dicht übereinander.

Warum graben wir?

An der Elisabethenstrasse werden neue Leitungen verlegt, die einen mittelalterlich-neuzeitlichen Friedhof queren, der zur 1864 abgebrochenen Elisabethenkapelle gehörte.

Was erwarten wir?

Bei Leitungsarbeiten im Jahr 2006 barg die Archäologische Bodenforschung bereits etwa 80 Körpergräber. Überraschend war damals, wie dicht ein Grossteil der Skelette neben- und übereinanderlagen.
Personen jeglichen Alters, auch Kleinkinder und Säuglinge wurden in derselben Grabgrube bestattet. Dies bedeutet, dass die Bestatteten etwa gleichzeitig verstorben sein müssen. Als Todesursache darf eine Epidemie, vielleicht die Pest angenommen werden.
Epidemien waren seit dem Mittelalter weit verbreitet; jede Generation hat solche Epidemien erlebt. Grosse Pestseuchen gab es in Basel z.B. um 1348/50 und um 1610/11, kleinere epidemische Erkrankungen (z.B. Typhus und Cholera) alle 10 bis 20 Jahre. Die letzte grössere Typhusepidemie forderte 1865/66 450 Tote. Da solche Seuchen meist zu einem schnellen Tod führten und sich das Krankheitsbild nicht am Skelett äussert, können die Archäologen die konkrete Todesursache kaum mehr nachweisen.
Auffällig war, dass die vielen Toten trotz der raschen Bestattung dennoch alle sorgfältig in die grosse Grabgrube gelegt wurden. Die erwachsenen Skelette lagen meist in Reihen, die Kinder jeweils zwischen deren Beinen in einer weiteren Reihe.
Im Bereich des einstigen Friedhofs wurden auf der aktuellen Grabung schon über 30 Skelette freigelegt und es werden noch weitere erwartet. Die neu entdeckten Bestattungen liegen eng beieinander, jedoch wahrscheinlich in einzelnen Grabgruben.

Wie lange graben wir?

Die Ausgrabungen dauern voraussichtlich bis Ende Juni 2018.